Feierliche Eröffnung und Segnung des Gemeindezentrums „Haus der Begegnung“ in Vilnius
Seelsorge und Betreuung Hand in Hand an einem zentralen Ort für die Angehörigen der Brigade Litauen und ihre Familien: Im Herzen der litauischen Hauptstadt und mit direktem Blick auf den berühmten Gediminas-Turm, dem markantesten Wahrzeichen von Vilnius, öffnete das Haus der Begegnung am 25. Juni 2026 erstmals seine Pforten.
Während eines feierlichen Segnungsgottesdienstes übergab Generalvikar Artur Wagner in Vertretung des Katholischen Militärbischofs Dr. Franz-Josef Overbeck das Haus seiner Bestimmung. Rund 50 Gäste, darunter Vertreter aus dem Bundesministerium der Verteidigung, dem Streitkräfteamt, der litauischen Militärseelsorge, kirchlicher und bundeswehrnaher Organisationen sowie der Panzerbrigade 45, der Deutschen Schule und des Deutschen Kindergartens in Vilnius, nahmen an der festlichen Eröffnung des von der Katholischen Militärseelsorge getragenen Gemeindezentrums teil.


Eine neue Heimstatt an der Neris
Das Haus der Begegnung wird ökumenisch genutzt und steht allen Menschen unabhängig von ihrer konfessionellen oder religiösen Bindung offen. Unter einem Dach bündelt es Seelsorge, Begleit- und Betreuungsangebote für die Angehörigen der Brigade Litauen und ihre Familien. Mit seinen Angeboten eröffnet das Haus Räume des lebendigen Miteinanders, der Gemeinschaft und gepflegten Kameradschaft, wo sich Truppe und Bundeswehrfamilien jederzeit herzlich willkommen fühlen, ein Stück Heimat finden und zusammenwachsen können.
Unterstützt wird das vielfältige Angebot von der Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (KAS), die mit einer eigenen Betreuungsreferentin vor Ort aktiv ist, den Betrieb der Einrichtung sicherstellt und der Katholischen Militärseelsorge bei Ihren Aufgaben verlässlich zur Seite steht.
Ein lebendiges Haus der Mitmenschlichkeit
Zugleich ist das Haus der Begegnung ein wichtiger Ort des spirituellen Zusammenkommens, des gemeinsamen Gebets und der gelebten Seelsorge. In seiner Predigt machte Generalvikar Artur Wagner auf den besonderen Charakter der Einrichtung im Zusammenspiel von Seelsorge und Betreuung aufmerksam.
Ausgehend vom biblischen Bild des auf Fels gebauten Hauses, schlug Wagner eine Brücke zu den tragenden Fundamenten des Lebens, die sich insbesondere aus der Nähe zum engsten Kreis und dem persönlichen Umfeld der Menschen speisen. „Was ist mit diesem Fundament, das mein Leben im Tiefsten trägt und das ich dort am meisten vermisse, wo ich es nicht mehr habe? Wie komme ich in Kontakt mit meiner Familie? Gibt es Möglichkeiten sich zu verbinden mit den Kameradinnen und Kameraden, die oft Familie vor Ort sind […] – die mein Leben mit mir teilen?“, fragte Wagner. Umso wichtiger sei es daher, dass es Räume gibt, in denen man sich dieser Fundamente wieder gewiss werden kann. „Deswegen ein Haus der Begegnung! Ein Haus […] in dem ich die Möglichkeit habe, all diesen Dingen nachzuspüren“, machte er deutlich.
Prägend für die Arbeit im Haus der Begegnung sei der Ausspruch von Johannes Paul II.: „Der Weg Gottes ist der lebendige Mensch.“ „Gott der […] hinsteigt in den Staub, um bei den Menschen zu sein […] geht uns einen Weg voran, den wir in diesen Räumen gehen dürfen. Nämlich den Weg mit den Menschen und für die Menschen“, hob der Generalvikar hervor. Die Hoffnung auf ein lebendiges Haus, in dem dieser Gedanke konkret erfahrbar wird, wurde auch während der anschließenden Segnung der Räumlichkeiten mit Weihwasser als Zeichen des Lebens spürbar.


Flexibles Konzept für jeden Anlass
Während des Gottesdienstes, der vom Leitenden Militärdekan Monsignore Joachim Simon und Militärdekan Alexander Prosche mitgestaltet wurde, machte Wagner auf eine weitere Besonderheit der Einrichtung aufmerksam, die das Zusammenspiel von Seelsorge und Betreuung nachhaltig stärkt. So wurde die Ausstattung bewusst flexibel gestaltet, um eine möglichst große Bandbreite an Begegnungs- und Veranstaltungsformaten zu ermöglichen. Ein mobiler Altar mit Ambo erlaubt es, den Hauptraum in wenigen Handgriffen in eine Kapelle zu verwandeln. Neben einem modularen Kinderspielbereich lädt eine gemütliche Lounge-Ecke, die individuell erweiterbar ist, zu geselligen Stunden ein. Ein großer, voll ausgestatteter Küchenbereich sowie Seminar- und Büroräumlichkeiten, in denen unter anderem der Deutsche BundeswehrVerband bereits eine neue Heimat gefunden hat, runden das Angebot der neuen Einrichtung ab.






Katholische Militärseelsorge und KAS leisten Pionierarbeit für ein neues „Stück Zuhause“ in Litauen
Die besondere Bedeutung des Hauses der Begegnung für die Soldatinnen und Soldaten und ihre Familien in Litauen unterstrich auch die KAS-Vorsitzende Gisela Manderla in ihrer Begrüßungsrede. Gerade in der Ferne brauche es Räume, die Halt geben, Orientierung schenken und das Gefühl vermitteln, nicht allein zu sein. „Dieser Ort ist ein Zeichen der Fürsorge, ein Ausdruck von Verantwortung und ein Ort der gelebten Gemeinschaft“, so Manderla. „Unser Ziel ist es, dieses Haus weiter zu einem zentralen Anlaufpunkt auszubauen, an dem sich unterschiedliche Angebote der Seelsorge und Betreuung bündeln, vernetzen und ergänzen. Zu einem Ort, der Kräfte zusammenführt und so zu einem deutschen Zentrum in der Ferne wird.“
Ein herzliches Dankeschön und die besten Wünsche zur Eröffnung übermittelte Oberstleutnant Michael Wuttig in Vertretung des Kommandeurs der Panzerbrigade 45, Brigadegeneral Christoph Huber. Dabei strich er in seinem Grußwort heraus, dass die Begegnungsstätte die erste größere Einrichtung für die Soldatinnen und Soldaten vor Ort sei und ihr gerade für die außerdienstliche Gemeinschafts- und Kameradschaftspflege sowie in der Familienarbeit eine überaus wichtige Rolle zukomme. Daran anknüpfend sicherte er der Katholischen Militärseelsorge sowie der KAS die Unterstützung der Brigade für den weiteren Ausbau des Angebots zu.
Innerhalb kürzester Zeit einsatzbereit
Als Kommandeur der Divisionstruppen der übergeordneten 10. Panzerdivison und Stellvertretender KAS-Vorsitzender stellte Brigadegeneral André Abed abschließend die hohe Geschwindigkeit heraus, mit welcher das Projekt realisiert wurde. Von der Entscheidung des Katholischen Militärbischofs Dr. Franz-Josef Overbeck nach einem Truppenbesuch im Oktober 2025, diesen Ort Wirklichkeit werden zu lassen, bis zur feierlichen Eröffnung vergingen weniger als neun Monate. Ein gerade in der Rückschau überaus bewegter Zeitraum, in dem ein gemeinsames Konzept entwickelt, ein attraktiver Standort für das Haus der Begegnung gefunden und alles für den vielversprechenden Auftakt umgestaltet und hergerichtet werden konnte.
Gerade mit Blick auf den dringlichen Bedarf der Truppe für einen „Ort des Rückzugs, der Entspannung, Besinnung und Begegnung, an dem Belastungen ausgeglichen werden und Kohäsion aufgebaut wird“, dankte Abed allen Mitwirkenden für ein neues „Stück Zuhause“ und das damit verbundene Engagement.
Direkt im Anschluss bot sich den Gästen die Möglichkeit, den besonderen Begegnungscharakter des Hauses in angenehmen Gesprächsrunden zu vertiefen, einen genauen Blick in die Räumlichkeiten zu werfen und die verschiedenen Highlights der Einrichtung zu entdecken.
Viel zu erkunden gibt es auch in den kommenden Tagen und Wochen für die bereits vor Ort aktiven Bundeswehrangehörigen und ihre Familien, für die die Türen des Hauses der Begegnung ab sofort offenstehen.
Fotos: © KAS e.V.





































