Gemeinsame Verantwortung für wachsenden Betreuungsbedarf

15.01.2026
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Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und BAS-Vorsitzender Dr. Franz Josef Jung vereinbaren engere Zusammenarbeit

Berlin, 15. Januar 2026 – Der personelle Aufwuchs der Bundeswehr und die Einführung des Neuen Wehrdienstes stellen die Betreuung von Bundeswehrangehörigen und ihren Familien vor neue Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund haben Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (BAS), Verteidigungsminister a.D. Dr. Fanz Josef Jung, bei einem Treffen im Bendlerblock am vergangenen Dienstag eine noch intensivere Zusammenarbeit vereinbart.

Bewährtes Netzwerk, neue Anforderungen, vertiefte Kooperation

Im Rahmen des Spitzengesprächs machte sich Jung dafür stark, gemeinsame Lösungen für den absehbar steigenden Betreuungsbedarf in der Truppe zu finden und die BAS bei der Ausgestaltung der Betreuungsarbeit noch enger und strukturierter einzubinden.

Die Bundeswehr verfügt bereits heute über ein umfangreiches Betreuungsnetzwerk mit vielfältigen Betreuungsangeboten. Mit der wachsenden Zahl von Soldatinnen und Soldaten steigt jedoch der Bedarf an neuen Angeboten. Für das Jahr 2026 plant die Bundeswehr mit rund 20.000 zusätzlichen Rekrutinnen und Rekruten im Rahmen des neuen Wehrdienstes. Hinzu kommt der Aufbau der Brigade Litauen mit rund 4.800 Soldatinnen und Soldaten. Diese Entwicklungen machen es erforderlich, bestehende Strukturen auszubauen oder – wie mit Blick auf die Panzerbrigade 45 in Litauen – komplett neu aufzubauen. Die BAS bringt hierfür als verlässlicher Partner ihre jahrzehntelange Erfahrung und die Expertise ihrer Mitglieder ein, um mit ihren Betreuungs- und Unterstützungsangeboten dem wachsenden Bedarf in den Streitkräften Rechnung zu tragen.

Betreuung und Fürsorge im Fokus: Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und der BAS-Vorsitzende Dr. Franz Josef Jung wollen den Ausbau des Betreuungsangebots für die Bundeswehr künftig noch enger koordinieren.
Bilder: © Bundeswehr/Steve Eibe

Betreuungslücken im Inland identifizieren und schließen

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand zunächst eine Bestandsaufnahme der Betreuungssituation in Deutschland. Nicht alle Bundeswehrstandorte verfügen in ihren Regionen über ein ausreichendes außerdienstliches Freizeitangebot – insbesondere mit Blick auf den geplanten Aufwuchs. Bundeswehr und BAS wollen daher nach den Worten von Pistorius und Jung gemeinsam prüfen, wo Anpassungen notwendig sind und wie außerdienstliche Betreuungsangebote für Rekrutinnen und Rekruten ausgebaut werden können.

Auf Grundlage der Prüfung sollen konkrete Verbesserungsvorschläge erarbeitet und weitere Akteure, wie die Betreuungsbüros, Familienbetreuungszentren und der Sozialdienst der Bundeswehr sowie Verbände und Organisationen aus dem Netzwerk der Hilfe, eingebunden werden. Der wachsende Betreuungsbedarf könne nur im engen Zusammenwirken aller Beteiligten bewältigt werden, waren sich die Gesprächspartner einig.

Neue Wege für die Betreuung der Brigade Litauen

Ein weiterer Schwerpunkt des Austauschs drehte sich um die Betreuung der Soldatinnen und Soldaten der Brigade Litauen und ihrer Familien. Diskutiert wurde unter anderem die Einrichtung von „OASEN“ – multifunktionaler Begegnungsstätten mit gastronomischem Angebot, die Raum für Austausch, Freizeit, Veranstaltungen und Spiritualität bieten. Fest vorgesehen vonseiten der BAS-Trägerverbände EAS und KAS ist bereits der Betrieb zentraler Betreuungseinrichtungen für Bundeswehrfamilien außerhalb militärischer Liegenschaften zur Unterstützung der Panzerbrigade 45.    

Insgesamt unterstrichen die Gespräche im Bundesverteidigungsministerium den gemeinsamen Anspruch der beteiligten Akteure, dem wachsenden Bedarf in der Soldatenbetreuung frühzeitig und partnerschaftlich zu begegnen – zum Wohle der Menschen in der Bundeswehr und ihren Familien. 

Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (BAS) ist zentraler Ansprechpartner für die Belange der Soldatenbetreuung. Sie versteht sich als Interessenvertretung der in ihr abgebildeten Verbände sowie als Netzwerk zur Koordinierung der gemeinsamen Anstrengungen mit besonderem Schwerpunkt auf der Familienbetreuung. Die Trägerverbände der BAS sind die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (EAS) und die Katholische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (KAS). Zu den fördernden Mitgliedern zählen das Bundeswehr-Sozialwerk, der Caritas-Verband Koblenz, der Deutsche Bundeswehr-Verband, die Soldaten und Veteranen Stiftung, das Soldatenhilfswerk der Bundeswehr, die Deutsche Härtefallstiftung sowie der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr. Vorsitzender der BAS ist seit 2015 der Verteidigungsminister a.D. Dr. Franz Josef Jung.

Bilder: © Bundeswehr/Steve Eibe

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